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42 Rai Urwald gerodet.

Als ich hier ankam hatte ich schon die Befürchtung das genau das eintreffen würde. Zum besseren Verständnis, 42 Rai sind 67`200 m2.
Das ganze fing recht harmlos an. NIT kam nach Hause und erzählte mir, dass das Land gegenüber verkauft wurde, und sie es nun sauber machen wollen, da dachte ich, bisschen auslichten und das dürre Laub und Äste zusammentragen ist ganz Sinnvoll, denn wir mussten 1-2 x im Jahr die Feuerwehr anrufen weil wieder jemand Feuerchen machte was sehr gefährlich nahe an den Wurzelgarten unseres Nachbarn kam.
Nun, ich merkte dann ziemlich schnell das es sich wieder einmal um so kleinere sprachliche Missverständnisse handelte. Ich musste dann einige Zeit mit ansehen/hören wie wieder ein Stück Natur direkt vor unserer Haustür verschwand.

Vorher -- Nachher vergleich

Slideshow vorher nachher

Wir hatten uns erkundigt was 2 Rai kosten würden, soviel hätte ich unter Umständen irgendwie auftreiben können. Ich wollte wenigsten das Stück vor unserem Haus schützen. Aber nein, es gab nur alles an einem Stück und so viel Geld war für uns unmöglich zu Organisieren.

Ihr wisst wenn Thais etwas zu trinken und zu essen haben, sind sie die Glücklisten Menschen auf Mutter Erde. Was dabei auf keinen Fall fehlen darf das bla bla, da wird irgendetwas erzählt und verbreitet, was schlussendlich so, höchstwahrscheinlich eh nicht eintrifft. Wir sagen dazu die Gerüchteküche brodelt --- die hier Kochte schon ganz gewaltig.

Zuerst hiess es 40 Rai für 4 Millionen, dann waren es 38 Rai für 3,6 Millionen. Es wurde schlussendlich (wenn die Infos korrekt sind) für 1,8 Millionen Baht umgeschrieben. (Damals waren die Preise noch günstig) Meine mittlerweile verstorbene Schwiegermutter erzählte, es würde eine Wohn-Siedlung gebaut. Dann wurde im Dorf das Gerücht BIG-C (Einkaufscentrum) in Umlauf gebracht (welch Schwachsinn, wir leben in der Pampa nicht an einer Hauptstrasse)
( einen Big-C gibt es mittlerweile an der Hauptstrasse). Oh Schreck, es kam noch Schlimmer, auf einmal sollte ein Resort entstehen. NIT ist eher Traurig weil sie da immer Bambussprossen und Pilze suchen ging und nun diese Quelle versiegt ist, und eine Nachbarin kann nun ihre Wasserbüffel und Kühe nicht mehr zum Grasen da umher laufen lassen.

Der kleine Traktor hatte kein grosses Glück schon nach einer kurzen Zeit machte sein Reifen Bekanntschaft mit der wilden Müllentsorgung der Thais. So kam es, dass er in Armierungseisen, Fliesen und alte WC-Schüsseln fuhr, die sich unter dem Dickicht versteckt hatten.

Waldrohdung

Nun, ich merkte dann ziemlich schnell das es sich wieder einmal um kleinere sprachliche Missverständnisse handelte, denn es ging schnell vorwärts. Man sieht ihn kaum, den grösseren Traktor der nun angefordert wurde. Auch Handarbeit war angesagt.

trecker

trecker2

Diesen Baum hatte ich besonders lieb gewonnen, da trugen wir immer unsere Grünabfälle hin.

mein Baum stirbt

Lagebesprechung: NIT auf Spionage Erkundigung. Nun war die neuste Information eine Gummibaumplantage wird gepflanzt, was mein Herz am meisten erfreuen würde, wieder Bäume.

besprechung

NIT sagte mir das sie planten einige der grossen Bäume würden stehen bleiben. Als ich dieses Gerät sah ahnte ich das auch der Tot meines Baumes nahte. Ich bildete mir jedoch ein, als ich dieses Bild machte, der Mann im gelben Hemd würde sagen, diesen grossen Baum nicht fällen. Falsch gedacht und verstanden, meine Hoffnung verschwand zusehends.

grosser Baum

Die Überreste meines Baumes.

überreste meines Baumes

Natürlich wird nicht nur das Laub verbrannt, die kleineren Äste und Bäume wurden sehr wohl von Anwohnern geholt um Holzkohle zu machen aber nicht schnell genug. Denn um die ganze Sache voranzutreiben schütteten die Arbeiter Diesel oder Petrol auf die grossen Haufen, denn der Abtransport durch das Fuhrunternehmen hätte anscheinend zu viel gekostet und wäre zu aufwendig gewesen. Zeit ist Geld und da interessiert es eben leider manche nicht was sie der Natur damit nachhaltig anrichten. Ich musste leider sogar miterleben das ein Vorarbeiter des Platzes verwiesen wurde weil er die Arbeiten bewusst nicht vorantrieb um den vorwiegend älteren Menschen mehr Zeit einzuräumen, um das Abfallholz beiseite zu schaffen.

Fahrt bitte über die Bilder für eine grössere ansicht.


Es waren einige Trupps am Arbeiten und das Holz wurde gleich am Ort passend gesägt. Danach wurde das nun freie Feld gepflügt und die Pfähle zur Einzäunung bereit gelegt. Wir hatten ja zwischenzeitlich heftigen Regen und da viel der einte oder andere eben wieder um, da sie die Pfähle ohne diese einzubetonieren gestellt hatten. Es stellte sich dann auch noch heraus, dass sie das Land falsch vermessen hatten. Na ja, fehler passieren wo gearbeitet wird, leider mussten sie einige Pfähle neu setzen, nicht so schlimm, sie waren eh nicht tief eingebuddelt und einige lagen schon wieder. Wie es so ist, nicht nur viel Grün ist nun weg, nein auch sehr viele Tiere sind die Leidtragenden, da sie ihres Lebensraumes beraubt wurden. Bekanntlich jagen und essen Thais (vor allem im Isaan) ziemlich alles was nicht genug schnell flüchten kann, und während dem die Arbeiter am Abholzen waren, erspähten sie Ernährung.

Ernährung

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neu setzten

Nun die grosse Überraschung, sie spannten ruck zuck Stacheldraht. Die Markierungsstäbe für die Gummibaumsetzlinge wurden überall verteilt, es waren etwa 20 Leute beschäftigt. Der Tageslohn betrug 200 Baht, egal ob Mann oder Frau, dieser Lohn ist derzeit hier im Nordosten Thailands dem Isaan normal. Es kann mancherorts bis 250 Baht sein wenn es um die Reisernte geht. Ich empfand es als extrem, die Leute wurden morgens um 7.00 angekarrt und am Abend um 17.00 abgeholt, sie arbeiteten auch im strömenden Regen. Zeitweise war der Boss anwesend und beobachtete vom Auto aus. ( Die Löhne wurden 2013 mittlerweile angepasst und der Mindestlohn in Thailand müsste 300 Baht betragen.)

Arbeiter

pick up

angepflanzt

Ein Setzling kostete 40 Baht. Das war im Jahr 2011, ich vermute das diese nun teurer sind.

Mir ist so durch den Kopf, wenn ich alles, was ich betreffend dieses Erlebnisses schreiben würde, käme manch einer auf den Gedanken der Jürg ist durchgedreht. Ich stand öfters Kopfschüttelnd, machtlos da, und trauerte um meinen geliebten Urwald. Ich kann es irgendwie immer noch nicht fassen, wie schnell ein Stück Urwald in so kurzer Zeit verschwindet. Leider passiert das täglich irgendwo auf unserer Welt. Es ist doch eine Schande wie manche nur aus Profitgier mit unserer Natur umgehen.




Leider können wir die Zerstörungen nicht rückgängig machen wie in Michael Jacksons Earth Song.
Ich bin sehr froh, haben sie mittlerweile wenigstens Gummibäume gepflanzt. Es dauert eben bis die gross sind, jedoch ist es doch schön zu sehen wie sie wachsen.
Ein wenig ist das Gummibaumfeld schon gewachsen.

Gummibäume

So sah es im September 2014 aus. Ihr seht, wirklich gepflegt wird das Feld nicht. Mir ist es ganz recht wenn es bald wieder aussehen würde wie ein Urwald.

Bild Gummibaumfeld September 2014


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